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Implantate bei wenig Knochen – welche Möglichkeiten gibt es heute?

Implantate bei wenig Knochen – welche Möglichkeiten gibt es heute?

13. Januar 2026 von Dr. Philipp Kaiser, MMSc LLM

Viele Patientinnen und Patienten wünschen sich feste Zähne durch Implantate, haben jedoch Sorge, dass dafür nicht genügend Knochensubstanz vorhanden ist. Tatsächlich war ein Knochenmangel früher oft ein Ausschlusskriterium für eine Implantatbehandlung. Dank moderner zahnmedizinischer Verfahren gibt es heute jedoch zahlreiche Möglichkeiten, Implantate auch bei wenig Knochen sicher und langfristig erfolgreich zu setzen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Optionen es gibt und wie individuell die Behandlung geplant wird.

Warum ist ausreichend Knochen für Implantate wichtig?

Ein Zahnimplantat übernimmt die Funktion einer künstlichen Zahnwurzel. Damit es stabil einheilen und dauerhaft belastbar sein kann, benötigt es ausreichend Knochenangebot in Höhe, Breite und Qualität. Fehlt dieser Knochen, zum Beispiel durch längeren Zahnverlust, Entzündungen oder altersbedingten Abbau, muss vor oder während der Implantation eine alternative Lösung gefunden werden.

Moderne Lösungen bei geringem Knochenangebot

1. Knochenaufbau (Augmentation)

Der Knochenaufbau ist eine bewährte Methode, um fehlende Knochensubstanz gezielt zu ersetzen. Dabei wird entweder körpereigener Knochen oder spezielles Knochenersatzmaterial eingebracht. Der Knochen kann sich anschließend regenerieren und bietet eine stabile Basis für das Implantat.

Je nach Situation erfolgt der Knochenaufbau:

  • vor der Implantation oder

  • gleichzeitig mit dem Setzen des Implantats

2. Sinuslift im Oberkiefer

Im seitlichen Oberkiefer ist der Knochen oft durch die Nähe zur Kieferhöhle begrenzt. Beim Sinuslift wird der Kieferhöhlenboden vorsichtig angehoben und der entstandene Raum mit Knochenmaterial aufgefüllt. Nach der Einheilphase kann dort sicher ein Implantat eingesetzt werden.

Man unterscheidet:

  • internen Sinuslift (bei geringem Knochenmangel)

  • externen Sinuslift (bei stärkerem Knochenabbau)

3. Schmale oder kurze Implantate

Dank moderner Implantatsysteme können heute auch kürzere oder besonders schmale Implantate verwendet werden. Diese kommen vor allem dann infrage, wenn der Knochen zwar vorhanden, aber begrenzt ist. Voraussetzung ist eine sorgfältige Planung und eine gute Knochenqualität.

4. Spezielle Implantatkonzepte

Bei stark reduziertem Knochenangebot können spezielle Konzepte wie schräg gesetzte Implantate oder strategisch platzierte Implantate eingesetzt werden. Ziel ist es, vorhandenen Knochen optimal zu nutzen und aufwendige Aufbauverfahren möglichst zu vermeiden.

5. Digitale 3D-Planung

Die moderne Implantologie nutzt digitale Volumentomografie (DVT) und computergestützte Planung. Dadurch kann die Knochenstruktur dreidimensional beurteilt und das Implantat millimetergenau geplant werden, ein großer Sicherheitsgewinn, besonders bei wenig Knochen.

Ist eine Implantatversorgung bei wenig Knochen immer möglich?

In den meisten Fällen: ja. Entscheidend ist eine individuelle Diagnostik und Beratung. Faktoren wie Allgemeingesundheit, Knochenqualität, Rauchgewohnheiten und Mundhygiene spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Gemeinsam wird ein Behandlungskonzept gewählt, das medizinisch sinnvoll und langfristig stabil ist.

Fazit

Wenig Knochen bedeutet heute nicht mehr, auf feste Zähne verzichten zu müssen.

Dank moderner Techniken, innovativer Implantatsysteme und präziser Planung gibt es für nahezu jede Ausgangssituation eine passende Lösung. Eine persönliche Beratung und sorgfältige Diagnostik sind dabei der Schlüssel zum Erfolg.

Wenn Sie wissen möchten, welche Möglichkeiten in Ihrem individuellen Fall bestehen, beraten wir Sie gerne ausführlich und verständlich.



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