17. Februar 2026 von Dr. Philipp Kaiser, MMSc LLM
Die meisten Menschen putzen täglich ihre Zähne. Trotzdem entstehen Karies, Zahnfleischentzündungen oder Verfärbungen häufig nicht durch mangelnde Zahnpflege, sondern durch einen ganz bestimmten Fehler, den viele unbewusst machen.
Der häufigste Fehler: Zu viel Druck beim Zähneputzen
Viele Patientinnen und Patienten glauben, dass stärkeres Schrubben die Zähne sauberer macht. Das Gegenteil ist der Fall. Zu viel Druck schadet mehr, als er nützt.
Was passiert bei zu starkem Putzen?
-
Der Zahnschmelz wird langfristig abgetragen
-
Das Zahnfleisch zieht sich zurück
-
Die Zahnhälse werden empfindlich
-
Es entstehen sogenannte Putzdefekte (keilförmige Defekte am Zahnhals)
Gerade bei elektrischen Zahnbürsten denken viele, dass „mehr Druck = mehr Sauberkeit“ bedeutet. Moderne Modelle verfügen zwar oft über eine Andruckkontrolle, dennoch ist ein bewusster, sanfter Umgang entscheidend.
Wie putzt man richtig?
Sanfter Druck
Die Borsten sollen das Zahnfleisch leicht berühren, es aber nicht „wegdrücken“. Ein guter Richtwert: Halten Sie die Zahnbürste wie einen Stift, nicht wie ein Werkzeug.
Systematische Vorgehensweise
Putzen Sie alle Bereiche in gleicher Reihenfolge, zum Beispiel:
-
Außenflächen
-
Innenflächen
-
Kauflächen
So vermeiden Sie, Bereiche zu vergessen.
Die richtige Technik: Bass-Technik
Bei Handzahnbürsten empfiehlt sich die sogenannte Bass-Technik:
-
Bürste im 45-Grad-Winkel zum Zahnfleischrand ansetzen
-
Kleine, rüttelnde Bewegungen
-
Anschließend aus dem Zahnfleisch „auswischen“
Weitere häufige Fehler in der Zahnpflege
Neben zu starkem Druck beobachten wir in der Praxis häufig:
-
Zu kurze Putzdauer (unter 2 Minuten)
-
Kein Reinigen der Zahnzwischenräume
-
Alte oder ausgefranste Zahnbürsten
-
Direktes Zähneputzen nach säurehaltigen Speisen (z.B. Obst, Säfte)
Nach säurehaltigen Lebensmitteln sollten Sie etwa 30 Minuten warten, damit sich der Zahnschmelz wieder stabilisieren kann.
Warum Vorsicht besser ist als „Schrubben“
Gesunde Zähne brauchen keine Gewalt, sondern Konsequenz und die richtige Technik. Wer dauerhaft zu fest putzt, riskiert empfindliche Zahnhälse, Zahnfleischprobleme und langfristige Schäden am Zahnschmelz.
Eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung sowie individuelle Mundhygieneberatung helfen zusätzlich, Fehler frühzeitig zu erkennen und zu korrigieren.
Unser Tipp aus der Praxis
Wenn Sie unsicher sind, ob Sie mit dem richtigen Druck putzen, sprechen Sie uns gerne beim nächsten Termin darauf an. Oft reichen kleine Anpassungen, um Ihre Zahngesundheit langfristig zu verbessern.
